Dienstag, 30. Oktober 2012

Den Tauben das Sehen lehren



Mittels Pumpernickel wird in diesem Video der Versuch unternommen, Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat zu vermitteln. Es handelt sich dabei um eine Arbeit in Ruppe Kosellecks Werkkomplex des PKWs. Dass man unter einem PKW ein pädagogisches Kunstwerk versteht, wird ersichtlich an der besonderen Zielgruppe, an die sich das Werk richtet.
Den Tauben wird das Sehen gelehrt - und die gewählte Vermittlungsstrategie entspricht einer partiell korrupten Herangehensweise. Der Didakt besticht die Tauben mit Brot und nutzt die Schwarzbrotversuchung zur verinnerlichten - intrinsischen - Vermittlung hochkomplexer suprematistischer Inhalte. Irgendwie müssen sie es halt fressen!
Am Ende der Malerei liegt ein (fast) schwarzes Quadrat auf dem Boden des Markus Platzes zu Venedig. Der venezianische Kontext fliesst dabei kritisch rezeptiv in die strategische Erneuerung der didaktischen Strategie hinein. Der lärmende Kulturbetrieb und seine touristischen Zaungäste flanieren vorüber - die Glocken schlagen, während die Tauben picken. So schön kann und muss Kunst sein.

Das ansichtige Vermitllungskonzept versteht sich schliesslich als ein Plädoyer für die didaktische Erneuerung - es ist an der Zeit, den Tauben das Sehen zu lehren. Und auch die Ikonen der Moderne dienen dabei der Erschliessung neuer Aufgabengebiete für die Kunst, die Lehrer und das Leben selbst.

Kunst ist mehr als ein Menschenrecht. Pumpernickel auch.

Bernd Luthat
für den Meisterschüler

Keine Kommentare: