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Montag, 4. Dezember 2023

Es kommt der Tag, da wo die Pommes fällt

Drei Pommes im Bilde, Koselleck 2008

Aus der Serie Klangkunstwerke stammt diese Dekomposition von Ruppe Koselleck mit dem "Plock" Faktor, denn eines ist sicher, es kommt der Tag, da die Pommes fallen wird. Der rohe Ölmaler und Konzeptkünstler arbeitete vor 15 Jahren backofenfrische Fritten in eine feinsinnige abstrakte Malerei auf Leinwand und im Format von 15 x 15 cm ein und genau diese steht jetzt zur Versteigerung bei Geigle.

Bis heute halten die Pommes im Bilde und 

Bilderrückseite, mit Signatur 2023


warten auf den Fall der Fälle, daß die Pommes fällt und "Plock" macht. Ganz gleich, ob Sie (der/die Bildbesitzer!n, Anm. d. Red.)  
da sind oder weg - ob sie es hören können oder einfach nicht dabei sind! 
Denn es ist ein ungeschriebenes Gesetz, daß Kartoffeln in Öl und Rohöl auf signierter oder signierter Leinwand eines Tages sich von ihren Bilduntergründen lösen werden. Nur wann? Nur wann!

Die transformierte Kartoffelsymphonie XXIII gehört zu dem Formenkreis des Hörens in beständiger Erwartung - des vorplocklichen Rauschens vor dem Fall und genau dieses Geräusch, sollten Sie jetzt ersteigern - zum Einstiegsgebot von 150,- € -
 - solange die Pommes hält.

Volles Bild mit fünf Pommes / fünf Ton Musik
zum Normal- und Klingtgutpreis von 300,- €.

Also Mitsteigern und das Bild zur Aufhängung in ihren vier Wänden vorbereiten....denn die fünf Pommes - fünf Ton Musiken, fördern nicht nur das Innenleben Ihrer Wohnung - sie beleben Ihren Alltag.

Auf Wunsch können Sie jedoch auch mein Atelier besuchen und ich bereite Ihnen neue Kompositionen vor. (auch 10 Pommes - 10 Ton Musiken sind möglich und sogar wahrscheinlich!). 

Herzliche Grüße von Ruppe Koselleck

...und hier geht es zum guten und besseren Rest der  




Rheinölbrücke mit Alpenblick

Rheinölbrücke mit Alpenblick, Klaus Geigle / Ruppe Koselleck 2021

gemeinsam mit anderen Arbeiten von Axel Brandt, Ilka Habrich, Klaus Geigle und Thomas Putze 

Zunächst waren da die Alpen in Schnee und in Öl auf Leinwand von Klaus Geigle. Er hatte mir diese mit nach Moers gegeben - mitten in der Corona - um das ausgemalte Bild zu verbessern. Um einen Dialog zu beginnen - das Bild im Ping Pong zwischen uns hin und her zu reichen, auf daß es fertig werde. 

Es war der 29. Mai 2020 und ich hatte meine Performance auf dem JazzFestival - gemeinsam mit The Dorf einen veritablen Beethoven zu dekonstuiren - bereits hinter mir, da packte ich mein Zeug beisammen und grübelte über den Sinn und Unsinn des Lebens an und für sich sowie speziell in der Corona. 

Mittels Rasierschaum und rohem Öl hatte ich in einer Gastperformance einen Beton Beethoven in einem blackfacing Prozess dekonstruiert. 

Und jetzt verklebten meine Hände das Lenkrad meines Autos und ich befand mich auf dem Rückweg von Moers nach Münster, als mir die Alpen des Klaus Geigle einfielen. An der ersten und bestmöglichen Rheinbrücke fuhr ich von der Autobahn ab, positionierte dem Klaus seine Leinwand am Uferweg mit Blick auf Brücke und wartete auf intrigante oder zugewandte Inspirationen zum Bild. 

Wer sich also an diesem Tage auf den Uferweg des Rheins nicht weit von Moers begab, sah einen Maler mit Rohöl und groben Pinsel, einen feinen Alpenblick auf einer Staffelei korregieren. Vielleicht war das schon der wichtigste Teil einer Performance, die man niemals wieder wiederholen könnte. Selten sah ich so viele fröhlich grinsende Menschen an mir vorbeipromenieren, und mir einen guten Tag wünschen. 

Sichtbar wurden hier größtmögliche Differenzen des Abgebildeten mit der Wirklichkeit - wenn eine flache urbane Rheinwiesenflußlandschaft uns als verschneiter Alpenblick auf einer plainairistisch inszenierten Leinwand präsentiert wird, dann ist etwas mit der Welt und seiner Wahrnehmung nicht in Ordnung. 

Dieser Widerspruch aus Alpen und Moers, aus Rohöl und feiner Malerei findet in dieser Arbeit seine Vollendung. 
Unsichtbar bleibt allerdings, daß das verwendete Rohöl ein geschichtskontaminiertes Gemisch bildete aus Bitumen vom Baumarkt vermengt mit gefundenem Teer aus Gulfshores Alabama 2010 und Rasierschaum vom JazzFestival, der sich auf dem schneekaltem, lichterfüllten Alpenblick des Klaus Geigle niederließ. 

Daß das Öl aus Alabama ein glitschiger Rest von der Deepwater Horizon Katastrophe war - einer Plattform, die nicht weit von New Orleans in einer Explosion ihr letales Ende mit gigantischem Ölteppich gefunden hatte soll an dieser Stelle nur klären, daß alles, was Du auch siehst einer zweiten Ansicht und der stetigen Analyse würdig bleibt. 

Soweit so gut - verbleibt mit herzlichen Grüßen an Klaus Geigle

von der Rheinölbrücke mit Alpenblick 


...zurück: .-)
 

Mittwoch, 28. November 2018

Grüne Hoffnung bei neongelbem Zweifel

Detail des Doppelkunstwerks Ruppe Kosellecks - TAKEOVER BP / Klaus Geigle








oder aber ....
Herzlich Willkommen zur WEIHNACHTSAUKTION BEI RUPPE UND KLAUS


Klaus Geigle gab mir sein gemaltes Erdstück in Öl auf Leinwand. Grün das Buschwerk in Stufen aufgehellt und abgedunktelt. Sein Bild dunkelt durch grenzschwarzes Braun hinauf zu erdigem Ocker und steigt weise auf in helles Himmelgrau, ohne das grüne Erdreich zu entspannen oder die interne Bildharmonie aufzulösen. Dennoch wunderschön das Bild - das unvollendete Grün des Buschstückes auf keilgerahmter Oberfläche. Und mit dem Bild gibt er mir den Job - es zu transformieren, es frei zu überarbeiten, denn er kam nicht weiter.

Fünf lange Monate steht die Leinwand vor meinen Augen - Tag für Tag im Büro zur Feindlichen Übernahme von BP, bis ich mich endlich traue mit rohem Öl und rauen Sitten an die Arbeit zu gehen.

 
Ich werfe einen gelbe Handschuh über das graue Himmelsendstück (oben links) und verklebe das Ding mit heißem Klebstoff, dabei mir die Finger verbrennen. Mit grenzneongelb-grünen Klebeband rahme ich die Malerei ein und versehe das werdende Objekt mit feinen chinesischen und roten Sprengstoffen.

Teerklumpen aus Norderney und Schmierstoffe von der Deepwater Horizon Katastrophe von 2010 internationalisieren und materialisieren die Malerei von Geigle zu einem Doppelkunstwerk, dass nun zwecks Feindlicher Übernahme von BP zu ersteigern ist.
Wenn jetzt ein grüner bestens getarnter Knallforsch im Buschwerk des Geigle auf Sprengung und fortgesetzter 
KUNSTVERBESSERUNG wartet, so darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwei gelöchterte original Dollarnoten mit Washingtons George den aufmerksamen Betrachter durch ansteigende Wertigkeit zu korrumpieren versuchen.

Und so kam es plötzlich, dass das Bild fertig war - ich zu Klaus ging... und der nun die folgende Einstellung zu Versteigerung feilbot.


Ruppe Koselleck
für die FEINDLICHE ÜBERNAHME VON BP
und den DER MEISTERSCHÜLER im Sinne der Entwicklung vieler weiterer Doppelkunstwerke


Eine Interpretation unter der rüden Vernachläßigung einer roten Rose und gleichfarbiger Pommesgabel, die einen Langeooger Teerklumpen von 2016 aufgespießt hat.

...over BP, now!