Mittwoch, 13. Januar 2021

Eingelegte Erinnerungen

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In der installativen Präsentation auf einem Tisch im Flandernbunker zeigt Nine Gerhard ihre in Einweckgläsern eingelegten Erinnerungen an die Exkursion, an der sie teilnahm, an eine Vergangenheit, die nicht ihre ist oder war,
ihre Erinnerungen an einer Zeit, die sie mitnahm, die sie aufschrieb, - an eine Geschichte, die sich Zeile um Zeile und Schicht um Schicht in ihren Notizen wiederfand, um sie neu zu verarbeiten.
Sie selbst schreibt dazu:
 
"Nicht präsente Erfahrungen und Informationen können schnell in Vergessenheit geraten und verblassen. Mit Abstand zu den Ereignissen schichten sich verschiedene Gefühle und Situationen übereinander, erzählte Geschichten mengen sich mit Neuem. 
Es entsteht eine neue Erinnerung zu einst Geschehenem.

Vor Ort am Gedenkort und Friedhof Auschwitz und Płaszów prasseln unendlich viele bedrückende und schreckliche Bilder auf mich ein.

Eine Informationsflut an nicht vorstellbaren Zahlen zu Todesopfern können nur eine vage Vorstellung erschaffen von dem, was Damals passiert ist. Zeitzeugen erinnern sich, geben es weiter. 
 
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Vorsichtig und fast schon naiv, und letztendlich sehr wortwörtlich, fange ich in Texten ein was ich höre und sehe. Ich schichte und schichte Buchstaben übereinander und so verschwimmen sie zu einer neuen Fläche, zu einer neuen Textur.

Eingelegt in Gläsern verändern sich die Textflächen wiederum. Sie vergilben, werden transparent. Es ist ein vergeblicher Prozess, etwas festhalten zu wollen."

Nine Gerhard
für KONFLIKTLANDSCHAFTEN - Besuch in Płaszów

Helene Baldursson, Andreas Brenne, Sarah Büchel, Nine Gerhard, Ruppe Koselleck, Iwona Sasinska und Ella Malin Visse
Der Flandernbunker - Mahnmal Kilian, e.V.

Im Kontext Ausstellung Konfliktlandschaften - Besuch in Płaszów, die am 27. Januar 2021 um 19 Uhr im Flandernbunker in Kiel eröffnet wird, werden an dieser Stelle Arbeiten und Projekte von sieben Studierenden und Lehrenden aus dem Fach Kunst von der Universtität Osnabrück vorgestellt. Die Arbeiten zeigen Exponate, Skizzen, Projekte und Reflexionen aus einer gemeinsamen Exkursion 2019 mit Historiker:innen in die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, Monowitz und Plaszow.

Gezeigt wird zunächst der Stand der künstlerischen Beforschungen zum Komplex Auschwitz und Plaszow aus dem IAK - Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften. Diese Arbeiten geben nur den künstlerischen Ausschnitt aus der Gesamtarbeit des IAK wieder, ohne deren Anregung und Diskussion diese Reflektionen nicht entstanden werden.

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